Dienstag, 24. Oktober 2017

Was ist eine Maschenprobe und warum sollte man diese machen!

Uahhhhh bäh pfui... Maschenprobe!

Da steht man schon in den Startlöchern, Wolle da, Nadel da und die Anleitung ist auch schon ausgedruckt. Will man doch gleich los stricken und da steht es: Maschenprobe!
Dieses unter Strickern so unbeliebte, lästige und grässliche, zeitverschwenderische Wort!

Aber was ist eine Maschenprobe, wie und warum solltest Du diese machen und wieso ist sie nicht unwichtig?

Eine Maschenprobe ist nichts Anderes als ein kleines Test-Strickstück, welches Du mit den in der Anleitung angegebenen Nadeln und Garn anfertigst und mit der Angabe aus der Anleitung vergleichst.

Auch auf der Garnbanderole findest Du auf einer kleinen Zeichnung Angaben:





Diese sagen aus wie viele Maschen und Reihen ein 10x10cm Strickstück glatt rechts gestrickt ergeben .... sollten!
Generell wird die Maschenprobe immer auf ein 10x10cm Stück bezogen. Die Angaben der Banderole können als grober Richtwert verwendet werden, aber man sollte immer eine eigene Maschenprobe erstellen, denn jeder strickt anders, mal fester oder mal lockerer.

Wie machst Du eine Maschenprobe?
Ganz einfach: Du schlägst 20 Maschen an und strickst (in dem Muster welches auch in der Anleitung als Maschenprobe verwendet wurde) mindestens 5cm hoch.
Mit einem Maßband misst Du dann fünf Zentimeter in der Breite aus. Dabei solltest Du nicht die Randmaschen mit messen. Danach werden die Maschen gezählt.
Das gleiche nochmal in der Höhe messen und Reihen auszählen. Nun hast Du erstmal ein Ergebnis für 5x5 cm, d.h. Du nimmst deine Zahlen doppelt und weißt dann wie viel Maschen und Reihen bei Deiner Maschenprobe für ein 10x10cm Strickstück benötigt werden. Fertig!


Warum sollte man eine Maschenprobe also genau machen?
Wenn in einer Anleitung neben Material und Maschenprobe auch Größen angegeben sind, wäre es wichtig eine Maschenprobe zu erstellen. Die gleiche Größe erreichst Du nämlich auch nur mit der gleichen Maschenprobe. Z.b. bei Mützen!
Ein weiterer Grund könnte z.b. eine Pulloveranleitung sein, in der nur Zentimeter und keine Maschenzahlen angegeben werden.

Was mach ich jetzt mit meiner Maschenprobe?
Du vergleichst Deine Probe mit der Angabe aus der Anleitung. Wenn Du Glück hast, liegst Du genau richtig und kannst mit der Nadelstärke (die Du für die Probe verwendet hast) loslegen.

Erreichst Du mehr Maschen auf 10 cm (als in der Probe aus der Anleitung), musst Du eine dickere Nadel verwenden. 
Umgekehrt, hast Du weniger Maschen solltest Du eine dünnere Nadel verwenden.
In beiden Fällen würde ich raten nochmal eine Maschenprobe mit der neuen Nadelstärke zu erstellen.

Wenn Du jetzt natürlich ganz anderes Garn verwendest als in der Anleitung vorgeschlagen, kann es passieren dass Du komplett daneben liegst.... spätestens dann ist es ein Zeichen das Du nicht dieses Garn dafür verwenden solltest. 
Profis rechnen oftmals mit Hilfe des Dreisatzes Schnittmuster um, würde ich aber wirklich nur erfahrenen Strickern überlassen. Ich empfehle gerade Anfängern immer das Garn aus der Anleitung oder sehr ähnliches zu verwenden. Deshalb appelliere ich: Keine Wolle horten, sondern Projektbezogen kaufen!

FAZIT
Kein Autor gibt die Maschenprobe an um Dich zu ärgern, ganz im Gegenteil. Die Maschenprobe hilft Dir eine Anleitung richtig umzusetzen und die Größe zu erreichen die auch angegeben ist.
Es gibt Nichts frustrierenderes z.b. eine Anleitung zu kaufen und dann selbstverständlich die empfohlene Wolle dazu, und am Ende passt die Mütze oder das Kleid oder der Pullover nicht! 
Besonders da die Maschenprobe in 10 Minuten erledigt wäre und der Zeitaufwand im Vergleich zu einem ganzen Werk minimal ist.
Als Autor bekomme ich leider oft diesen Frust zu spüren und meine erste Gegenfrage (die übrigens leider immer mit einem "Nein" beantwortet wird) ist: Hast Du die Maschenprobe gemacht?





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